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So war das 1. Playground-Festival 2011:

Nach 10 Jahren sind „The Playfords“ keine Unbekannten mehr in der Alte-Musik-Szene: Im Radio erkennt man sie mittlerweile sofort, so typisch und einzigartig ist ihr Ensembleklang. Ihren runden Geburtstag, zu dem pünktlich auch ihre nunmehr dritte CD erschien („Fa una Canzone“ - Coviello Classics), wollten sie gebührend feiern: Mit dem Playground-Festival, welches zum ersten Mal vom 11. bis 13. November 2011 in Weimar stattfand. Das Kulturzentrum MonAmi bewährte sich dabei als ideale Bühne und bot die perfekte Atmosphäre, um Alte Musik und Folk miteinander zu vereinen. Der „Klebstoff“ dabei: Improvisation.
Ca. 150 Enthusiasten lauschten am Freitag abend den gastgebenden Playfords (Annegret Fischer - Blockflöten, Björn Werner - Gesang, Benjamin Dressler - Viola da Gamba, Erik Warkenthin - Lauten und Nora Thiele - Perkussion), die bei ihrem Geburtstagskonzert einen Querschnitt durch vier ihrer bisherigen Programme boten. Wie immer erfreute die Band das Publikum mit ihren frischen Arrangements, und spielte mit Orazio Vecchis „So ben mi ch'a bon tempo“ spontan für die Tänzerin Mareike Greb aus Leipzig auf, die sich dadurch zu einem hinreißenden Gaillardensolo animieren ließ.
Mit integriert wurden auch die Gastmusiker Claudia Mende (Barockvioline) und Martin Erhardt (Blockflöte), bevor die Bühne vollends geöffnet wurde für alle improvisationslustigen Mitmusiker, die in 415Hz miteinander musizieren wollten: Neben etlichen Weimarer Musikern beteiligten sich an der JamSession auch angereiste Musiker aus Leipzig, Halle, Dresden, Jena, Potsdam und Essen! In bewährter Tradition (diese AlteMusik-JamSessions gibt es bereits seit 2005!) stieg die Stimmung (nicht der Stimmton) bei Ostinatobässen der Renaissance und Hits von Monteverdi und Co. bis nach Mitternacht. Die Cafés und Kneipen, in denen diese JamSessions sonst meist stattfinden, bieten kaum den Platz, um mit 100 Leuten Branles zu tanzen, aber nun, bei dieser Gelegenheit erzitterte der Boden des Festsaales im MonAmi unter zahlreichen Fußpaaren.
Tags darauf fand man sich an selber Stelle wieder ein, um den zwei Gast-Bands, die sich die Playfords eingeladen hatten, zuzuhören: Wildes Holz (Tobias Reisige – Blockflöte, Anto Karaula – Gitarre, Markus Conrads – Bass) begeisterte mit energiegeladenen Jazzimprovisationen und einer effektvollen Bühnenshow. Den Abschluss des Abends bildete die Band Ulman aus Leipzig mit Worldmusic und Ethnogroove.
Am Sonntag schließlich wurden die Gastgeber nochmals aktiv: Unter Leitung der Playfords fand ein dreistündiger Workshop für historische Improvisation statt, zu dem sich gut 20 Teilnehmer eingefunden hatten: Schüler, Studenten, Amateure und Profis auf verschiedenen historischen Instrumenten. Gleichzeitig konnte Mareike Greb in ihrem Workshop mit fast 30 Teilnehmern Choreographien erarbeiten zu englischen Country Dances, die ab 1651 bei John Playford, dem Namenspatron der Gastgeber, gedruckt wurden. Ein für alle Beteiligten schönes Erlebnis war es dann, zum Schluss Tanz und Musikkurs in einer gemeinsamen Choreografie zusammenzuführen.

Martin Erhardt


Im November 2011 fand im Weimarer Kulturzentrum mon ami das erste Playgroundfestival statt. Ich bin zwar kein Profimusiker, und Tänzer schon gleich gar nicht – die workshops kamen also für mich nicht infrage -, aber das Abendprogramm ließ ich mir als Freund der Playfords und vor allem der Folkmusik nicht entgehen.
Der Freitagabend ist dem 10. Geburtstag der Playfords gewidmet. Erst auf dem Weg zum Konzert wird mir bewusst, dass ich mir wenig Gedanken gemacht habe, was mich erwarten wird. Das war aber auch gar nicht nötig, denn die Einstimmung geschieht um so überraschender und überzeugender. Seit vielen Jahren kenne ich das mon ami und seinen großen Saal. Aber zum ersten mal erlebe ich dort etwas völlig anderes: Die Bühne ist diesmal in der Mitte des Saales aufgebaut - und nicht nur mit Laub bestreut, sondern regelrecht übersät. Welch fleißige Sammler und Dekorateure, die da am Werk waren. Welch wunderschöne Idee. Spärliche Beleuchtung, warmes, gelbes Licht - Herbststimmung, wie sie authentischer kaum sein könnte. Dazu sitzt das Publikum im Halbkreis um die Bühne herum. Das rundet die Stimmung im wahrsten Sinne des Wortes ab. Ich sehe viele bekannte Gesichter, Weggefährten und Fans aus 10 Jahren. Einige haben die Anfänge der Playfords unterstützt, andere halten der Band schon über die gesamte Zeit die Treue. Musikerkollegen und Studienfreunde sind da, auch Schüler und deren Eltern und jede Menge Kinder. Es herrscht freudige und erwartungsvolle Stimmung, familiäre Stimmung, Geburtstagsstimmung. Es ist kein gewöhnliches Konzert, es ist ein Rückblick auf 10 Jahre The Playfords. Für mich ist es eine Erinnerung an die Anfänge, die ich miterlebt habe: An der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ in Weimar wurde damals die Barockoper „Dido und Aeneas“ aufgeführt, und jeweils nach den Vorstellungen rundeten einige Musiker die Stimmung mit englischer Barockmusik ab und nannten sich eigens für diesen Anlass „Playford-Band“. Die spontanen Sessions wurden ein Erfolg und lieferten die nötige Initialzündung. Aus Barockfolk wurde early music folk und aus der ersten Besetzung nach diversen personellen Veränderungen eine stabile Formation, der auch einige Hundert Kilometer Entfernung zwischen den Wohnorten nichts anhaben können. Aus der ersten Euphorie wurde Beständigkeit und Souveränität, trotzdem sind die Begeisterung und das von-Herzen-Dabeisein nicht gewichen. Man hat sich einen Platz und Namen erarbeitet bzw. erspielt - das gilt es zu feiern und zu würdigen. Nebenan im kleinen Saal hat sich nach und nach ein Mitbring-Buffett aufgebaut. Musiziert mit uns, esst mit uns, feiert mit uns. So geschieht es: Die Playfords spielen ihr best-of-Konzert, anschließend wird zum Buffett geladen, danach wird die Session eröffnet. Improvisation – angeleitet und dennoch frei. Plötzlich weiß ich wieder, warum ich vor allem jene Musikstile mag, die improvisieren können: Es ist diese Form der Lebendigkeit und der musikalischen Kommunikation. Ein Höhepunkt ist der Gastauftritt von Adrian. Der 7-Jährige bekommt das verabredete Zeichen, setzt sich ans Cembalo und spielt Greensleaves, souverän und unbeeindruckt von all den Musikern und Gästen um ihn herum. Und der gesamte Saal – eben noch in bewegtem Gemurmel - lauscht und stellt sich plötzlich auf die leisen Töne ein.
Am Samstagabend erwartet die Freunde der Blockflöten- und Folkmusik ein Doppelkonzert. Zuerst spielt Wildes Holz. Die Band interpretiert Pop- und Jazz-Standards mit Blockflöte, Gitarre und Kontrabass, heißt es ganz offiziell. Die Untertitel treffen es natürlich viel besser: „Freiheit für die Blockflöte!“ und „Die Befreiung der Blockflöte vom schäbigen Ruf eines Kinderspielzeugs!“ Die 3 Musiker lassen ihre Instrumente quitschen, grummeln und springen - groovig, rotzig und virtuos. Sie schlagen und streicheln sie und entlocken ihnen schräge Töne, wilde Melodien und humorvolle Momente. Musik kann so originell und erfrischend sein! Mira, 5 Jahre und die Tochter meiner Arbeitskollegin, sitzt in der ersten Reihe, ist voll bei der Sache und wippt im Rhythmus mit. Bei der zweiten Band des Abends wird sie zudem noch ein echtes Schlagzeug erleben. Und siehe da: Es dauert nur wenige Tage, bis sie von musikalischen Plänen in ihrer Kindergartengruppe berichtet. Sie will eine Band gründen und dort Schlagzeug spielen. Und es soll auch jemand dabei sein, der die Bühne aufbaut. Außerdem soll es noch eine zweite Band geben, in der die Blockflöten spielen. Das hört sich gut an, der Einstieg ist geschafft, seit einem halben Jahr hat Mira Blockflötenunterricht. Als zweite Band spielen „Ulman“: moderne Folkmusik mit Jazz-, Rock- und Hiphop-Einflüssen. Immer wieder gut. Und endlich wieder ohne Samples und Loops, aber mit dem gewohnten Groove. Und mit dem begabten Händchen, sich ihrer musikalischen Wurzeln zu besinnen und diese weiter zu entwickeln. Zwei Lieder habe ich einst in einem workshop mitspielen dürfen, nun darf ich sie wieder einmal im Original genießen. Als die Zugaben an der Reihe sind, ist es bereits spät und nur die treuen Fans sind noch anwesend. Aber das sind auch die Tänzer, und die hält es nun nicht mehr auf ihren Sitzen. Sie sind plötzlich sogar in der Mehrheit - und der Abend endet mit einem tanzenden, groovenden Saal.

Jens Welscher, Weimar

Freitag, 11. November 2011

19.30 Uhr
10 Jahre THE PLAYFORDS - "Geburtstagskonzert" & Earlymusicfolk Jamsession

mit The Playfords, Martin Erhardt und Gästen

Samstag, 12. November 2011

19.30 Uhr
Konzert

Wildes Holz - Jazz auf der Blockflöte

21:00 Uhr
Konzert

Ulman - worldbeat & ethnogroove

Sonntag, 13. November 2011

11-14 Uhr
Improvisationsworkshop

mit The Playfords

11-14 Uhr
Kontratanz Workhop

mit Mareike Greb

ensemBles 2011

Wildes Holz

Wildes Holz

Jahrzehntelang ist die Blockflöte das Hauptinstrument kindlichen Musikmartyriums gewesen. Wer hätte gedacht, dass man damit eines Tages „Highway to Hell“ oder „Walk on the Wild Side“ spielt und das Publikum in wahre Begeisterungsstürme versetzt? Den drei Musikern von Wildes Holz gelingt dieses Kunststück. Sie bewegen sich zwischen Rock und Jazz, Balladen und Kinderliedern und schaffen etwas ganz Eigenes, den dichten, mitreißenden Holz-Sound: Brillant ineinandergreifende Gitarren- und Kontrabasslinien, verblüffende Wechsel von Tempo und Stimmung und meisterhafte Improvisation. Spätestens wenn Tobias Reisige von der Bühne springt um auf seinen Knien zu landen, während er wie ein Gitarrengott soliert, ist jedem klar: So hat man die Blockflöte noch nie gehört!
Wildes Holz bietet eine packende Show, die spontane Komik mit natürlicher Publikumsnähe und ansteckender Spielfreude verbindet, der sich niemand entziehen kann. Dabei lässt Wildes Holz immer wieder Impulse einfließen, die über das Geplante hinausgehen und so einen Abend voller großer musikalischer Momente hervorzaubern.

Ulman

Ulman

Sie waren jung, ein wenig nassforsch und überzeugt von ihrer Sendung: Unbekümmert traten sie um die Mitte der 90er an, den Begriff Weltmusik neu zu definieren. Heute, 12 Jahre, drei Alben, ein Dutzend einschlägiger Preise und Tausende Konzerte später, hat ihr missionarisches Wirken überall Wurzeln geschlagen. Sie selbst sind noch immer mit Feuereifer und Heiden-Spaß bei der Sache.
Anfangs galten sie als die Wunderknaben des Folk. Ihr erstes Album „Acoustic Power“ mischte 1996 die seinerzeit leicht verschnarchte Szene gründlich auf, die frische Brise ihres Crossovers aus verschiedensten Stilen und Epochen zeitigte Begeisterung und ein wenig Verstörung.
In den folgenden 10 Jahren sind sie im Land und auf dem Kontinent weidlich herum gekommen und haben die Ohren dabei weit aufgesperrt. Sie haben sich an den Instrumenten vervollkommnet, sind reifer geworden, ohne ihre Spontaneität dabei verloren zu haben. Das zweite Album „Vibes“ legte vor zwei Jahren eindrucksvoll Zeugnis von dieser Entwicklung ab. Auf eindringliche Bitte der Fanschar warten sie mit dem dritten Streich nicht wieder ein volles Jahrzehnt: Er steht unmittelbar vor der Tür.
An Ideen hat es den fabelhaften Vier ohnehin nie gemangelt. Ihr musikalischer Ansatz ist dabei unverändert geblieben. Das darf er auch, denn ihre zuverlässige Konstante ist die ständige Überraschung, ihr inhaltlicher Rahmen das immer neue Fallen aus eben demselben. Die Musik ist ein kreatives Spiel mit Einflüssen aus allen Regionen, Kulturen und Zeitaltern, oft gewagt in der Mischung, aber nie ohne Respekt vor den Ursprüngen.
Ein wesentliches Markenzeichen der Familienband(e) ist ihr unverwechselbares Instrumentarium. Vor allem, wie virtuos sie es beherrschen und was sie für Klänge daraus zaubern. Sie scratchen HipHop auf der Drehleier, erzeugen TripHop-Beats mit dem diatonischen Akkordeon, hardrocken mit der Posaune. Neben Bratsche und Violine liegt immer das Powerbook vom Rechnerbauer mit dem Apfel für Flächen, Samples und Loops. Auch, wenn es mal in Richtung Drum ‘n‘ Bass gehen soll. Obwohl sie verwirrend flirrende Rhythmik auch von Hand aus dem eigenen breiten Percussion-Set herausholen können. Zur Erzeugung noch höheren Drucks sind sie seit einiger Zeit mit einem „richtigen“ Schlagzeug unterwegs.
Und so oszilliert das akustische Geschehen locker vom Mediävalklang zum Clubsound, vom Jazz zum Rock, vom exotischen Ethno zu eingängigem Pop. Manchmal alles in einem Stück. Das klingt vielleicht etwas verwirrend und kompliziert, ist es aber nicht. Tatsächlich ist das große Kunst – doch es klingt Gott sei dank nicht danach: Ihre Lieder sind kompakt und griffig. Sie stecken voller phantasievoll-quirliger Musikalität, aber sie sind immer auf den Punkt gespielt. ULMAN kommen vor allem live lockerleicht, frisch und improvisatorisch über die Rampe – die eigentliche Songidee gerät dabei aber nie außer Hörweite. Musik zum Tanzen und Zuhören in einem, am besten vielleicht für jene, die beides gleichzeitig können.
Mit ihren World Beats und Ethno Grooves dürfen sich ULMAN zu den wichtigsten Vorreitern der Umwälzung in der Weltmusik-Szene im vergangenen Jahrzehnt zählen. Doch darum scheren sie sich wenig. Wichtig ist das seelentiefe Feeling, der zwingende Rhythmus, die bleibende Melodie und das erforderliche Quantum Überraschung. Von all dem haben ULMAN überreichlich zu bieten.

The Playfords

Playground

The Playfords stehen für authentische und innovative Interpretation von Tanzmusik aus Renaissance und Frühbarock. Auf historischen Instrumenten spielen sie Alte Musik in neuen Arrangements, die aus spontanen Improvisationen entstehen und in Zusammenarbeit mit Tanzmeistern und durch viel Bühnenerfahrung reifen.
Das fünfköpfige Ensemble gründete sich 2001, inspiriert durch The English Dancing Master von John und Henry Playford. In dieser erstmals 1651 erschienenen Sammlung sind bekannte Melodien der Zeit mit passenden Tanzanweisungen notiert. Harmonien und Basslinien wurden durch die ausführenden Musiker improvisierend gefunden und durch ihre individuellen Vorlieben und Fähigkeiten wesentlich bestimmt, eine willkommene Herausforderung für die Kreativität jedes virtuosen Musikers. Mit ihrer spielerischen Herangehensweise an Alte Musik stellen sich The Playfords in diese Tradition, augenzwinkernde Bezüge zu aktueller Musik sind unvermeidlich.
Ihre „Early Music Jam-Sessions“ genießen Kult-Status, mit ihrem „Early Music Folk“ begeistern sie Konzertbesucher im In- und Ausland.




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