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So war das 3. Playground-Festival 2013:

Der Spielplatz, der die Welt bedeutet:
3. Playgroundfestival in Weimar vom 8. bis 10. November 2013


„Festival of Earlymusicfolk“ - so profilieren die Playfords ihr Festival mit dem Titel „Playground“, welches vom 8. bis 10. November letzten Jahres schon zum dritten Mal im Jugend- und Kulturzentrum Mon Ami in Weimar stattfand. Die Gastgeber hatten das österreichische Quadriga Consort für ein Konzert eingeladen und spielten selbst das zweite Konzert. An beiden Abenden fanden im Anschluss daran EarlyMusic-JamSessions statt. Außerdem gab Bernd Niedecken einen zweitägigen Tanzkurs und die Musiker von The Playfords unterrichteten parallel die Tanzmusik dazu.
Zur Eröffnung des Festivals zog das siebenköpfige Quadriga Consort das Publikum gekonnt in seinen Bann. „Crime & Mystery“, so hieß ihr Programm, und die Lieder von den Britischen Inseln handelten allesamt von Gruselgeschichten und Greueltaten, mit starker Mimik und ebensolchem Ausdruck von Elisabeth Kaplan gesungen. Die Musiker ließen es sich nicht nehmen, dem Publikum den Inhalt der englischen Texte auf Deutsch nachzuerzählen, allerdings in einer leider etwas schwerfälligen und langen Moderation. Dafür illustrierten Sie Arrangements des Cembalisten Nikolaus Newerkla mal spritzig, mal getragen, mal sanft, mal unheimlich aufs trefflichste die Lieder. Sein Stil klingt mitunter sehr nach Popmusik, dann wieder wie irischer Folk, hier und dort eine Prise Filmmusik, aber nie Anflüge barocker akademischer Kunstmusik. Doppelgriffe in parallelen Quinten auf dem Barockcello, „Molldominanten“ ohne Leittöne in Blockflöten und Gamben sind einige der Zutaten für Newerklas persönlichen Cocktail-Mix. Die Musiker stehen als Band routiniert wie aus einem Guss auf der Bühne, die Arrangements sind nahezu perfekt einstudiert. Nicht die geringsten Anflüge von Unsicherheit gibt es bei den Musikern.

Tags darauf präsentierten The Playfords ihr neues Programm „Luther tanzt“ - Kirchenlieder der Reformation und ihre weltlichen Wurzeln. Im Gegensatz zum Quadriga Consort hatten hier alle Musiker des Ensembles ihre Ideen zu den Arrangements beigesteuert. Dafür steht das Ensemble für eine hohe Risikobereitschaft. Einige Passagen wurden nicht festgenagelt, sondern der spontanen Improvisation überlassen. Stets arbeiten The Playfords auch daran, ihren Groove-Faktor zu erhöhen. Die emotionale Affinität der Musiker zu den gesungenen Texten und Inhalten war für das Publikum ebenso deutlich wie berührend. Beglückend gelungene Übergänge vom Passamezzo moderno zu „In dir ist Freude“ oder von „Ach wie flüchtig, ach wie nichtig“ zu „Fuggi, fuggi, fuggi“ sorgten für begeisterten Beifall. Dass man bei „Innsbruck, ich muss dich lassen“ nur ein Wort ändern muss, um den Choral „O Welt, ich muss dich lassen“ zu singen, und dass die letzte Verszeile von diesem Lied „Mit Fried und Freud ich fahr dahin“ wiederum der Titel eines anderen Lutherchorals ist, mag manchen bekannt sein. The Playfords gelang es nicht nur, diese Bezüge herzustellen, sondern vielmehr daraus ihr eigenes, persönliches, überzeugendes und mitreißendes Kunstwerk zu schaffen.

Wer das Festival besuchte, konnte aber nicht nur zuhören, sondern auch selbst lernen und mitmachen. Sowohl zu Bernd Niedeckens Barocktanzkurs als auch zum Ensemblekurs der Playfords fanden sich je ca. 20 Teilnehmer ein. Nora Thiele, Benjamin Dressler, Annegret Fischer, Björn Werner und Erik Warkenthin unterrichteten in mehreren Räumen gleichzeitig, wie man Tanzmelodien schwung oder über selbige improvisieren kann. Bei Bernd Niedecken konnte man nicht nur Choreografien lernen, sondern auch präzise an seiner Körperhaltung und nicht zuletzt auch der Fitness arbeiten. Dass die Musiker am Ende des Workshops dann auch noch den Tänzern live aufspielen konnten, war für viele eine beglückende Erfahrung.

An beiden Abenden nach den Konzerten tanzten und improvisierten viele Anwesende noch bis nach Mitternacht über die Lieder, Tänze und Standards, und zwar wechselweise in 440 und 415Hz, um jeden zum Zug kommen zu lassen. Auf den Brettern, die für manche die Welt bedeuten, tummelten sich Geigen, Flöten, Lauten, Gamben, Celli, Perkussion, Sänger und andere Instrumente. Die Bühne wurde so zum Spielplatz für alle, die sich musikalisch austoben wollten.

Martin Erhardt im Newslesster "Netzwerk Historische Improvisation" 1/2014

FR 8.11.2013
20 Uhr Konzert Quadriga Consort (A) "Crime & Mystery" - das Thrillerprogramm
21.30 Early Music Jam Session I

SA 9.11.2013
10 bis 17 Uhr Workshop 1: Historischer Tanz I mit Bernd Niedecken
10 bis 16 Uhr Workshop 2: Bandcoaching für Alte-Musik-Bands, Instrumentalisten und Sänger (Schwerpunkt Arrangement) mit The Playfords
10 bis 16 Uhr Workshop 3: Historische Improvisation für Instrumentalisten und Sänger mit The Playfords
20 Uhr Konzert The Playfords "Luther tanzt" - Lieder der Reformationszeit und ihre weltlichen Wurzeln
21.30 Early Music Jam Session II

SO 10.11.2013
10 bis 16 Uhr Workshop 1: Historischer Tanz I mit Bernd Niedecken
10 bis 16 Uhr Workshop 2: Bandcoaching für Alte-Musik-Bands, Instrumentalisten und Sänger (Schwerpunkt Arrangement) mit The Playfords
10 bis 16 Uhr Workshop 3: Historische Improvisation für Instrumentalisten und Sänger mit The Playfords
16 Uhr Café mit WS Präsentation (Eintritt frei)



Freitag, 8.11.2013, 20 Uhr

Quadriga Consort
"Crime and Mytery" - Das Thriller Programm

ca. 21.30 Uhr Early Music Jam Session



Elisabeth Kaplan - Gesang
Angelika Huemer – Blockflöten, Viola da Gamba
Karin Silldorff – Blockflöten
Dominika Teufel – Viola da Gamba
Philipp Comploi – Barockcello
Laurenz Schiffermüller – Perkussion
Nikolaus Newerkla – Cembalo, Vibrandoneon, Arrangements, Leitung

Das österreichische Ensemble Quadriga Consort hat sich seit seiner Gründung um den Cembalisten Nikolaus Newerkla im Jahr 2000 mit alter Musik jenseits der heute üblichen Kategorisierung in E- und U- Musik auch über die Grenzen Österreichs hinaus einen Namen gemacht. Bereits mit ihrem ersten Programm Ground überraschten die MusikerInnen mit kompromisslosen Interpretationen und ungekannter Frische, fernab aller Kategorien.

QUADRIGA CONSORT Besonders seit der Zusammenarbeit mit der aus Südafrika stammenden Jazz- und Popsängerin Elisabeth Kaplan kann das Quadriga Consort  auf zahlreiche Auftritte bei renommierten Festivals in ganz Europa und den USA verweisen. 

Mit innovativen Programmen zwischen alter populärer traditioneller Musik und Renaissance- und Barockmusik aus England, Irland und Schottland hat sich das Quadriga Consort weit über die Grenzen Österreichs hinaus einen Namen gemacht – und ist in ganz Europa und den USA aufgetreten. In Amerika wurde dem Quadriga Consort der wohl treffendste Titel verliehen: „The Austrian Renaissance Band“. Unverwechselbares Markenzeichen des Ensembles: Einstimmig überlieferte Melodien und Lieder, meist traditioneller Natur oder ohne bekannte Komponisten, werden neu und ohne Scheu davor, musikalische Kategorisierungen zu durchbrechen, für historisches Instrumentarium (Gamben, Blockflöten, Barock-Cello, Cembalo, Rahmentrommeln und andere Perkussionsinstrumente) arrangiert. Die vielgelobte Bühnenpräsenz und Live-Stärke des Ensembles, allen voran der Front-Frau, Sängerin Elisabeth Kaplan hat sich mittlerweile sowohl bei Alte-Musik-Freunden wie auch bei Pop-und Folk-Fans herumgesprochen.

Das Ensemble ist Preisträger der Gotthard-Schierse-Stiftung in Berlin sowie der European Recorder Teachers Association, den einzelnen MusikerInnen wurden Stipendien und Auszeichnungen zuerkannt, so sind etwa die beiden Blockflötistinnen Trägerinnen des Würdigungspreises der Gesellschaft der Freunde der Musikuniversität Graz.

CD-Einspielungen anfangs für die ORF-Edition Alte Musik, Gramola, später für die international renommierten Labels Alpha und Carpe Diem und nunmehr für SONY Classical.

www.quadriga-consort.at


Samstag, 9.11.2013, 20 Uhr

The Playfords
"Luther tanzt"

ca. 21.30 Uhr Early Music Jam Session



Björn Werner – Gesang
Annegret Fischer – Blockflöten
Erik Warkenthin – Laute, Chitarrone, Barockgitarre
Benjamin Dreßler – Viola da gamba
Nora Thiele – Percussion

The Playfords (Organisatoren und Gastgeber des Festivals) werden am Samstag Abend ihr neues Programm "Luther tanzt" präsentieren und die Zuhörer an die Wurzeln des mitteldeutschen protestantischen Kirchenliedes führen. Martin Luther, selbst versierter Lautenist, dichtete neue Kirchenlieder und griff dabei auf weltliche Tanz- und Liebeslieder zurück, die damals jedem Menschen geläufig waren. Viele Gassenhauer der damaligen Zeit wurden mit Texten unterlegt, die den "Reformatoren" zur Erneuerung dienten. The Playfords stellen diese Contrafacturen gegenüber, schälen den oft vergessen tänzerisch-fröhlichen Charakter heraus und verhelfen den "bösen ärgerlichen Weisen, unnützen und schandbaren Liedlein auf der Gassen, Feldern, Häusern und anderswo zu singen" zu frischem Leben.

THE PLAYFORDS Das mitteldeutsche Ensemble The Playfords steht für authentische und innovative Interpretation von Tanzmusik aus Renaissance und Frühbarock. Auf historischen Instrumenten spielen sie Alte Musik in neuen Arrangements, die aus spontanen Improvisationen entstehen und in Zusammenarbeit mit Tanzmeistern und durch viel Bühnenerfahrung reifen. Das fünfköpfige Ensemble gründete sich 2001, inspiriert durch „The English Dancing Master“ von John und Henry Playford. In dieser erstmals 1651 erschienenen Sammlung sind bekannte Melodien der Zeit mit passenden Tanzanweisungen notiert. Harmonien und Basslinien wurden durch die ausführenden Musiker improvisierend gefunden und durch ihre individuellen Vorlieben und Fähigkeiten wesentlich bestimmt, eine willkommene Herausforderung für die Kreativität jedes virtuosen Musikers - damals wie heute. Mit ihrer spielerischen Herangehensweise an Alte Musik stellen sich The Playfords, allesamt Spezialisten ihres Fachs, in diese Tradition; augenzwinkernde Bezüge zu aktueller Musik sind unvermeidlich. Ihre „Early Music Jam-Sessions“ genießen Kult-Status, mit ihrem „Early Music Folk“ begeistern sie Konzertbesucher im In - und Ausland.

The Playfords treten seit 2005 auf internationalen Festivals auf, darunter beim Festival „Oude Muziek Utrecht“ 2007 (Fringeprogramme), im Gewandhaus Leipzig 2008, bei den Arolser Barockfestspielen 2010, beim Lausitzer Musiksommer und auf Schloss Tirol 2010 sowie beim MDR-Musiksommer 2011 und 2012. 2007 erschien ihr Debutalbum „Oranges & Lemons“ bei Coviello Classics, 2010 folgte die Weihnachts-CD „Nova! Nova!“, im Jahr darauf "Fa una Canzone". Seit ihrem 10jährigen Bestehen 2011 initiierten The Playfords jährlich das Playground-Festival in Weimar.

www.the-playfords.de







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