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So war das
4. Playgroundfestival of earlymusicfolk - "Shakespeare‘s Musicke & Daunce"
7.-9.11.2014 im mon ami Weimar

So schnell können Traditionen entstehen: Vom 7. bis 9. November fand die vierte Edition des noch jungen Weimarer Playgroundfestivals statt. Die Veranstalter, das Ensemble The Playfords hatten sich „Shakespeare's Musicke & Daunce“ als diesjähriges Thema ausgedacht - schließlich jährte sich der Geburtstag des großen englischen Dichters 2014 zum 450. Mal. Nun hat Shakespeare natürlich keine Musik komponiert. Aber in seinen Dramen finden sich zahlreiche Regieanweisungen und andere Hinweise auf damals in London bekannte Lieder, Grund genug für den amerikanischen Musikwissenschaftler Ross W. Duffin, ein „Shakespeare's Songbook“ herauszugeben. Auf dieser Grundlage konzipierten The Playfords ihr neues Programm mit dem Titel „The hunt is up“. Bekannte Lieder wie Fortune my Foe oder O mistress mine haben die fünf Musiker (Annegret Fischer - Blockflöten, Nora Thiele - Perkussion, Björn Werner - Gesang, Erik Warkenthin - Lauten, Benjamin Dressler - Gambe) in der ihnen eigenen improvisatorischen und kreativen Art arrangiert, und das Programm mit Tanzmelodien derselben Zeit ergänzt. Im Vergleich mit ihren früheren Programmen war dieses Konzert bewusst voller theatralischer Effekte, mal plakativ, mal subtil. Besonders gelungen waren die rhythmischen Improvisationen über Paul's Steeple. Gerade dieses Programm der Playfords wird nie mehrmals gleich zu hören sein - etliche Improvisationen in ihrem Weimarer Konzert unterschieden sich bereits von jenen über dieselben Stücke auf ihrer neuen CD, die gerade noch pünktlich zum Festival aus dem Presswerk gekommen war. Am folgenden Abend konnte man der Gambistin Hille Perl und dem Lautenisten Lee Santana lauschen, die unter dem Titel Go from my window ebenfalls Lieder aus Shakespeare's Umfeld für ihre Duobesetzung bearbeitet hatten. Ganz anders war die Atmosphäre, die diese beiden renommierten Musiker auf der Bühne zauberten: Im Mittelpunkt stand nun das Intime, Melancholische und Nachdenkliche, das dieser Musik so charakteristisch innewohnt. Verstärkt wurden diese magischen Momente auch durch die dritte Person, die an diesem Abend auf der Bühne saß: Der Schauspieler und Shakespeare-Übersetzer Rainer Iwersen rezitierte aus seinen eigenen Übertragungen Shakespeare'scher Sonette. Viele verschiedene deutsche Übersetzungen dieser Glanzlichter der englischen Literatur existieren - jedoch, an diesem Abend diesen Mann auf so facettenreiche Art seine eigenen in jahrelanger Arbeit ausgetüftelten Übertragungen vortragen zu hören, dürfte für viele Besucher geradezu eine Offenbarung dafür gewesen sein, wie zeitlos berührend solche Lyrik doch sein kann.
Das Playgroundfestival steht auch dafür, dass Zuhörer nicht nur zuhören können, sondern in tagsüber stattfindenden Workshops und sich spätabends an die Konzerte anschließenden JamSessions selber aktiv werden können: Alle Musiker von The Playfords gaben daher, wie in den Vorjahren auch, Kurse zur improvisatorischen Interpretation von Tanzmusik aus Renaissance und Barock, und Tanzmeisterin Mareike Greb war aus Leipzig angereist, um gut 20 Tanzenthusiasten Grundschritte und Variationen zu Courante, Gigue und Gaillarde sowie einige Choreographien englischer Country-Dances beizubringen. Besonders bei den JamSessions und beim das Festival am Sonntag nachmittag abschließenden Workshopcafé erwies sich der Saal des Weimarer Jugend- und Kulturzentrums MonAmi als perfekte „Spielwiese“ für „Playground“: Flexible Bestuhlung, und eine verschiebbare, flache Bühne ermöglichten es, dass bei Bedarf im Handumdrehen auch noch genügend Tanzfläche geschaffen werden konnte, so dass bis zu 20 Musiker gleichzeitig bis zu 30 Tänzern gleichzeitig aufspielen konnten! Diese glückliche Zusammenkunft von Musik und Tanz dürfte für viele Teilnehmer der Workshops ein Höhepunkt des gelungenen Festivals gewesen sein. 2016 soll die begonnene Tradition des Playgroundfestivals im zweijährigen Turnus fortgesetzt werden. Wir dürfen gespannt sein!

Martin Erhardt

Freitag, 7.11.2014
20 Uhr
Konzert: The Playfords
"Shakespeare's Songbook - Hits von den Brettern, die die Welt bedeuten"
ca. 21 Uhr Early Music Jam Session I

Samstag 8.11.2014
11 bis 17 Uhr
Workshop Historischer Tanz mit Mareike Greb
11 bis 17 Uhr Workshop Band und Ensemblespiel , instrumental&vocal (The Playfords)
20 Uhr Konzert: Hille Perl (Gambe), Lee Santana (Barockgitarre), Rainer Iwersen (Rezitation)
"Goe from my Window - musicke & sonnets"
ca. 21 Uhr Early Music Jam Session II

Sonntag 9.11.2014
11-16 Uhr
Workshop Historischer Tanz II
11-16 Uhr Workshop Band und Ensemblespiel II, instrumental&vocal (The Playfords)
16 Uhr "Workshopcafé" Abschlussveranstaltung der Workshops

Freitag, 7.11.2013, 20 Uhr

Konzert:
The Playfords
"Shakespeare's Songbook - Hits von den Brettern, die die Welt bedeuten"

ca. 21.30 Uhr Early Music Jam Session I


Björn Werner - Gesang, Barockgitarre
Annegret Fischer - Blockflöten
Erik Warkenthin - Lauten, Barockgitarre
Benjamin Dressler - Viola da Gamba
Nora Thiele - Perkussion, Colascione

The Playfords William Shakespeare verstand es nicht nur, sein Publikum mit Verwechslungskomik, Dramatik, Wortspiel und überraschenden Plots zu begeistern; er setzte auch gezielt Gassenhauer der damaligen Zeit ein, um sein Publikum zu unterhalten. Viele der Melodien waren damals jedem bekannt und bekamen durch die neuen Textdichtungen eine weitere Dimension, die dem jeweiligen Stück gerecht wurde. Andere Lieder wurden gerade durch seine Inszenierungen berühmt.
Dieses Programm bringt Shakespeares "Theatermusik" in neuen kreativen Arrangements auf die Bühne, mitreißend arrangiert und gespielt von THE PLAYFORDS.

Das mitteldeutsche Ensemble The Playfords steht für authentische und innovative Interpretation von Tanzmusik aus Renaissance und Frühbarock. Auf historischen Instrumenten spielen sie Alte Musik in neuen Arrangements, die aus spontanen Improvisationen entstehen und in Zusammenarbeit mit Tanzmeistern und durch viel Bühnenerfahrung reifen. Das fünfköpfige Ensemble gründete sich 2001, inspiriert durch „The English Dancing Master“ von John und Henry Playford. In dieser erstmals 1651 erschienenen Sammlung sind bekannte Melodien der Zeit mit passenden Tanzanweisungen notiert. Harmonien und Basslinien wurden durch die ausführenden Musiker improvisierend gefunden und durch ihre individuellen Vorlieben und Fähigkeiten wesentlich bestimmt, eine willkommene Herausforderung für die Kreativität jedes virtuosen Musikers - damals wie heute. Mit ihrer spielerischen Herangehensweise an Alte Musik stellen sich The Playfords, allesamt Spezialisten ihres Fachs, in diese Tradition; augenzwinkernde Bezüge zu aktueller Musik sind unvermeidlich. Ihre „Early Music Jam-Sessions“ genießen Kult-Status, mit ihrem „Early Music Folk“ begeistern sie Konzertbesucher im In - und Ausland. The Playfords treten seit 2005 auf internationalen Festivals auf, darunter beim Festival „Oude Muziek Utrecht“ 2007 (Fringeprogramme), im Gewandhaus Leipzig 2008, bei den Arolser Barockfestspielen 2010, beim Lausitzer Musiksommer und auf Schloss Tirol 2010 sowie beim MDR-Musiksommer 2011 und 2012. 2007 erschien ihr Debutalbum „Oranges & Lemons“ bei Coviello Classics, 2010 folgte die Weihnachts-CD „Nova! Nova!“, im Jahr darauf "Fa una Canzone". Seit ihrem 10jährigen Bestehen 2011 initiierten The Playfords jährlich das Playground-Festival in Weimar.
www.the-playfords.de


Samstag, 8.11.2013, 20 Uhr

Konzert:
Hille Perl (Gambe), Lee Santana (Barockgitarre), Rainer Iwersen (Rezitation)
"Goe from my Window" - musicke & sonnets

21.30 Early Music Jam Session II



Rainer Iwersen, geboren 1945 in Eutin; abgebrochenes Studium der Literatur und Philosophie in München; Schauspielstudium an der Staatlichen Hochschule für Musik und Theater bei Prof. Eduard Marks; verschiedene Engagements als Schauspieler und Regisseur; 1984 Mitbegründer der bremer shakespeare company; seither auch Übersetzer von Shakespeare-Stücken (bei S. Fischer im Theaterverlag), u.a. Romeo und Julia, Was Ihr Wollt, Ein Sommernachtstraum, Der Sturm, König Lear, Macbeth, Richard II. und III.; seit 1995 als Gast für die bsc tätig; Arbeit als Shakespeare-Übersetzer, freier Regisseur und Rezitator/Sprecher, u.a. mit dem Nomos-Quartett und Uli Beckerhoff, Michael Berger und Mellow Melange
Hille Perl und Lee Santana
Hille Perl und Lee Santana arbeiten seit 1984 als Duo zusammen. Die gebürtige Bremerin und der Amerikaner aus Florida trafen sich auf dem Bremer Hauptbahnhof und unternahmen von dort ungezählte Konzertreisen in die ganze Welt, u.a. in die USA, nach Japan und Mittelamerika, Australien, Ägypten und Israel. Ihre Mitgliedschaft in namhaften Ensembles ist durch zahlreiche CD-Aufnahmen dokumentiert, u.a. mit dem Harp Consort, dem Freiburger Barockorchester, Musica Fiata und Les Nations.

1997 erschien Hille Perls erste Solo-CD bei dhm unter dem Titel "Sieben Saiten & mehr" mit Werken des französischen Komponisten Monsieur de Sainte Colombe. 1998 spielte sie die Gambensonaten von Johann Sebastian Bach mit Michael Behringer für Hänssler ein und im Oktober 1999 erschien bei dhm ihr Album "....per la viola da gamba...", eine Einspielung von Bearbeitungen verschiedener Bachwerke. Eine weitere Solo-CD die sich mit der Welt italienischer Diminutionstechniken des frühen 17. Jahrhunderts beschäftigt ist unter dem Titel 'Doulce Memoire' ebenfalls bei dhm im Oktober 2000 veröffentlicht worden. Im Februar 2003 erschien unter dem Titel 'Tinto' eine CD, die die Zusammenarbeit des Duos mit dem Gitarristen und Tänzer Steve Player dokumentiert. Das Trio tritt seit 2002 unter dem Namen 'Los Otros' auf internationalen Festivals mit Programmen auf, deren Hauptthema die Verbindung von Musik und Bewegung durch Improvisation ist. Im Jahre 2004 nahmen Hille Perl und Lee Santana für dhm eine CD unter dem Titel ‚pour la violle et le théorbe’ ihre erste CD mit Werken des französischen Gambenvirtuosen Marin Marais auf. Sie steht auf der Bestenliste des Preises der deutschen Schallplattenkritik (August 2004). 2006 spielte Hille Perl zusammen mit dem Freiburger Barockorchester unter der Leitung von Petra Müllejans Gambenkonzerte von Georg Philipp Telemann ein (dhm). Für die Produktion ‘Love’s Alchemy’ bekam das Duo in Zusammenarbeit mit der Sopranistin Dorothee Mields einen weiteren Echo-Klassik-Preis. Im Herbst 2012 erschienen gleich drei CDs von Hille Perl: Musik des Gambenvirtuosen Johann Schenk, ihre Solo-CD mit dem Freiburger Barockorchester mit Gambenkonzerten von Pfeiffer, Graun und Telemann sowie eine CD mir zeitgenössischen Kompositionen für Gambe und Laute: "SiXXes".

Lee Santana begann 1984 eine Reihe von Werken für alte Instrumente zu schreiben, angefangen mit Stücken für verschiedene Soloinstrumente der Lautenfamilie, später Kompositionen für Violen da Gamba, Blockflöten, kleines Barockorchester, verschiedene gemischte Ensembles, zwei Liederzyklen und drei Ballette. Die CD 'The star & the sea' erschienen im November des Jahres 2002 bei Carpe Diem enthält Kompositionen für Viola da Gamba und Lauteninstrumente.

Die Beschäftigung des Duos mit der immer weiter zu erforschenden Welt der Alten Musik sowie die daraus resultierende Entdeckung immer neuer Klangmöglichkeiten schlägt sich so auch in der Entwicklung zeitgenössischer Werke nieder. Im April 2002 folgte Hille Perl einem Ruf als Professorin an die Hochschule für Künste in Bremen, wo sie ihren Studenten mit Leidenschaft alles über Musik und die Welt der Viola da Gamba vermittelt, was sie weiß. Hille Perl und Lee Santana begreifen sich mit ihrer Arbeit als Gesamtkunstwerk und ihr Beruf ist ein immerwährendes 'work in progress'; sie leben mit einigen Pferden, Schafen, Hühnern, Katzen und ihrem Hund in einem Bauernhaus in der Wildeshauser Geest, einem weiteren Projekt mit nahezu endlosem Entwicklungspotential.










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